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Sanfte dunkle Schatten einer vergangenen Zeit fegen über die Felder. Zwielicht erstrahlt am Himmel und die Sonne greift nach den Sternen. Längst vergessen ist das Unheil, welches sich durch alle Ländereien fraß. Ehrfürchtig schleicht die Stille über den Grund. Geborstenes Holz rumort stumme Schreie, allein um das letzte Leben dem Schnitter zu preisen. Verwüstung, Zerstörung, Apokalypse. Der Tod siecht die finalen Funken dahin. Selbst die große Menschheit ist gegangen und zwar mit dem Messer im Rücken. Ihr Mörder war sie selbst. Warnungen gab es Unzählige, aber hören wollte niemand. Zwei obskure Gestalten unterhalten sich nach dem Ende der Welt.

Nuada; „Süß waren die glorreichen Zeiten. Die Menschen schufen keine Götter mehr, sie selbst wurden göttlich. Wie die ersten Riesen erschlagen wurden, so wurden auch die Asen und all die anderen niedergestreckt - von den Menschen. Riesig lag ihr Reich zu ihren Füßen. Sie beuteten, plünderten und vernichteten letztendlich. Ein Planet, reich an Leben, ging zu Grunde. Es gab keinen Weg zum Frieden.“

Lugh: „Der Friede wäre der Weg gewesen*. Nicht allein die Schaffenskraft der Menschen war schuld am jüngsten Gericht. Ihre Wut, ihr Zorn, ihr ungezügelter Hass, ihre gesamte Destruktivität trieb die Welt ins Verderben. Zügellos und ohne Maß stürzten sie sich in den kreativen Wahn. Gierig verschlungen sie Wissen um Wissen, Erkenntnis um Erkenntnis, unwissend, dass Wissenschaft kein Leben schafft. Das große Volk ist nicht erwachsen geworden. Die selbstgekrönte höchste Daseinsform wusste alles, nur Weisheit hatte sie keine.“

Nuada: „Aber wie sollte sie anders. Ihr Narzissmus hielt sie gefangen. Die Lämmer konnten keinen Ausweg sehen.“

Lugh: „Lämmer? Nein von Wölfen sollten wir sprechen. Wer baute denn Waffen, um sich zu bekriegen? Wer konnte nicht ablassen vom Machtstreben? Wer nutze das Wissen zum Bösen? Der menschliche Geist vergiftete alles.“

Nuada: „Was ist gegen Waffen zu sagen? Diktatoren werden gestürzt, Terroristen getötet und Böses ausgerottet. Waffengewalt erzwingt den Frieden.“

Lugh: „Immer so lange bis ein neuer Krieg heranbricht. Selbst Reiche, welche für die Ewigkeit gebaut schienen, zerfielen am Ende. Sie wurden Opfer ihrer selbst oder aber neuer Mächten. Sehen wir dem Grausamen ins Auge: Bosheit nahm am Ende alles. Der Destruktionstrieb siegte. Zuerst fraß er die Tiere, dann die Pflanzen und zu guter Letzt seine eigenen Herren. Niemand war bereit den Waffen abzuschwören.“

Nuada: „Hätten sie die Waffen wegwerfen sollen? Es wäre nur ein einzelner, ein alleiniger Böser nötig, um die Welt zu unterwerfen. Die Todesspirale begänne von neuem. Pazifismus unterliegt der Stärke. Zu große Toleranz wird von Intoleranz erschlagen.“

Lugh: „So denn, wären wir Menschen gewesen, was bliebe für uns übrig? Sollten wir kämpfen und versuchen Gaia zu retten? Jede Aktion wäre es wert gelebt zu werden. Wege zum Frieden sollten gegangen werden. Auch wenn diese Schmerzen bedeuten würden und unsere eigene Auslöschung mit sich zögen. Ob Pazifismus oder Bellizismus, Hauptsache wir versuchen die Rettung.“

Nuada: „Das oder Nihilismus. Unsere einzige Aufgabe würde darin bestehen zuzusehen. Wir könnten unsere Seele retten, aber die Menschheit nicht.“

Lugh: „Also weil das Böse nicht besiegt werden kann, so sind wir verdammt zuzuschauen. Welch grausige Gedanken.“

Beide, Nuada und Lugh zückten rostige, aber scharfe Messer. Jeder lächelte dem anderen ins Gesicht. Dann sagte einer zum nächsten:

„Nun verlieren sich die letzten Gedanken. Die Erinnerungen sie liegen brach und sterben. Wir erreichen die andere Seite, wenn es sie geben sollte. Diese Seite ist bereits tot und falls sie unsere einzige Chance war, so haben wir sie verspielt.“

Noch einmal blickten sie sich tief in die Augen. Dann stachen sie zu und verbluteten auf dem toten Terrain. Letztendlich blieb das Lächeln so lange auf ihren Gesichter, bis ihre Körper verwesten. Die Zeit nahm die Leichen mit sich und zurück blieb gähnende Leere, denn niemand konnte die gestorbene Welt beobachten.

*Nach Gandhi: „Es gibt keinen Weg zum Frieden. Der Friede ist der Weg.“


Nun, worauf sollen wir hoffen? Können wir hoffen? Sollen wir kämpfen? Wie kämpfen? Oder den Freitod wählen? Vielleicht uns dem Strom der großen Masse hingeben? Auf das Ende einfach warten? Was ist eure Meinung?

 

Nachtrag (wichtig!):

Um meine Kontruktivität kund zu tun: Keine Verzweiflung darf ewig dauern. Wir wirken. Allein schon auf subtiler Ebene. "Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren" (Bertolt Brecht). Um der Gewalt- und Rachespirale zu entgehen, sollen wir verstehen: Es gibt Gewalt und sie ist da. Sie ist Teil unserer Erfahrung und Mittel mancher Wege. Doch ob wir sie zum Mittel unserer Wege küren, das entscheiden wir. Die Kunst das Maß zu halten, bringt wohl auch hier Erfolg. Ein erschlagener Riese kann seine Frau nicht mehr beschützen. Situationsspezifisch gestaltet sich das rechte Handeln - abhängig natürlich von der Informationsfülle. Transformation des Menschen, statt glorifizierte Ideologie/Idiotie. Machen wir die Menschen wieder mündig. Erziehen wir sie zum Widerstand und Widerspruch (Notiz: Adorno - Erziehung zur Mündigkeit). Stärken wir ihre/ unsere Individualität. Stärken wir ihren/unseren Geist und ihre/unsere Psyche. Bringen wir sie/uns zur Weisheit und denken an Brecht (s.o.). So lautet meine Lösung.




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