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Blut, Blut – Räuber saufen Blut oder auch „backfish goes everbody“, Wacken 06 halt

Dann berichte ich mal ausführlich wie es so auf dem Wacken gewesen ist, versuche es aber dennoch kurz zu halten, was wohl schwer wird, und nur das allerwichtigste zu erwähnen, denn sonst wäre das wohl sechs oder noch mehr Wortseiten, die ich aus meinem Gedächtnis niederschreiben könnte...

Ganz kurz: es war übelst geil. Ich hab sämtlich Prinzipien über den Haufen geworfen, also Fleisch gegessen, gesoffen und so weiter. Wie ich gestern schon mit einer Freundin beredet habe, eines meiner Prinzipien ist es meine Prinzipien zu brechen, um flexible zu sein. Es gehört auch wohl zum Chaos in mir dazu (pure fuckin’ choas halt). Aber zurück zum Wackenteil: außerdem taten mir nachher meine Beine, mein Rücken, eine Arme und vor allem mein Nacken weh und meine Stimme war im Eimer *g*.

Nach der engen Anreise (vier Menschen – Jessi, Kaio, Nadine und ich – plus Gepäck in einem Fiesta) und dem üblichen Prozedere (Schlange vor dem Gelände, Zeltplatzsuche, Aufbauen) ging es auf andere Menschen suchen. Zunächst einmal ein Anruf am frühen Abend vom Heiner (Meffy), den ich dann zum ersten Mal getroffen habe. Gemeinsam ging es auf die Suche nach Matze (ukA) und den anderen Weimarern, was sehr lustig war. Wir sind abends über das halbe Gelände getingelt, um den Zeltplatz N zu finden. Der Eine schickte uns in die Richtung und der Andere dann in die direkt entgegengesetzte. Zwischenzeitlich Zwischenstop bei ein paar netten Menschen aus Oldenburg, die mir meine Weinflasche geöffnet haben. Letztendlich sind wir auf einer Landstraße gelandet, die ganz am Rande des Geländes war und von dort aus haben wir irgendwie N doch noch gefunden. Haben uns ein wenig hingesetzt, mitgeredet und darauf sind wir auch recht schnell Heim, so gegen 2 Uhr. War auch bitter nötig, denn Heiner und ich waren doch gut beschwipst - bei mir: eine Flasche Met, eine Flasche Wein und ein Viertel vom Glenfiddichwiskey intus. Außerdem rief ein Kollege von Heiner an, dass er das Auto öffnen sollte. Es ging somit auf zu Heiner, der sich auf C einquartiert hatte. Nach kurzem Aufenthalten bin ich dann zurück zu uns (wir waren auf F übrigens) und hab gesehen, dass keiner von den anderen mehr draußen war. Um niemanden zu wecken bin ich dann so ins Zelt und hab die Nacht ohne Schlafsack in Klamotten verbracht. Bin auch prompt im Rausch eingeschlafen.

Die Musik von gegenüber weckte mich schließlich gegen 9 Uhr. Die hatten ein riesiges Zelt mit lauter Anlage, die fast die ganze Zeit über lief und dann nachher wurde sogar eine Sofagarnitur angeschleppt. Außerdem wurden diverse Leute übers Megafon angepöbelt und einer hat versuche so manches zu versteigern. In den folgenden Nächten habe ich dann mit Ohropax geschlafen. Eigentlich wollte ich dann mit einkaufen, da ich extra keine Sachen mitgenommen hatte. Da aber weder Kaio noch ich fahren durften (Alkohol) und Jessi nicht wollte, musste jemand anderes gesucht werden. Schließlich fand sich dann einer der Nachbar der dann um 13:45 mit den anderen los gefahren ist, nachdem ich zweimal bei Matze war und keinen vorgefunden habe - die hatten noch bis 9 Uhr durchgemacht. Ich blieb allerdings als fünftes Rad am Wagen zurück, weil ich wohl „am wenigstens dringend“ in die Stadt musste und die anderen mir was mitbringen können. Hatte aber seine Vorteile: ich wurde von unseren neueren Nachbar - die erst kürzlich angekommen waren - rüber gewunken und hab die restlichen 3,5 Stunden mit denen verbracht. Sehr amüsante und nette Menschen : ) mit denen ich in den folgenden Tage noch weiter zu tun hatte. Gegen 18:30 Uhr waren Jessi, Kaio, Nadine und der Nachbar dann wieder da. Fast wäre ich schon mit Alexander, Alexander, Natascha und den anderen (Henning und Guido) um kurz nach 5 zum Gelände gegangen, aber aus Solidarität habe ich noch weiter gewartet. War noch kurz bei den anderen Nachbar, bis ich dann meine Fressalien erhalten habe. Hehe davon ist im Endeffekt nichts aufgekommen. Den Dosenfraß hab ich kaum gegessen und die Tütensuppen nicht warm gemacht. Einerlei nachdem die anderen wieder da waren, hab ich Matze abgeholt, dabei deren geniale Zeltkontruktion bestaunt – hatten sich ein eigenes Oberdach gebastelt-, und dann wieder zu uns, damit Jessi den auch mal kennen lernt. Zusammen sind wir dann zu den Scorpions. Doch waren recht nett, zumindest besser als ich gedacht habe. Die anderen sind dann nach und nach gegangen, bis ich alleine da stand und zu Matze und Co zurückgekehrt bin. Dort eine Zeit lang noch verweilt und wieder gegen 2 Uhr heim, weil mir doch recht kalt wurde - vielleicht lag es am nachlassenden Alkoholpegel, wer weiß.

Am Freitag Mittag ging es nach dem Frühstück dann auf zu Wintersun. Mit Natascha, Alex und Alex. Leider haben wir uns am Einlass verloren, so dass ich allein da stand. War aber dennoch geil. Unter Hitze bin ich dann wieder zu Matze. Nach einigem Trinken und Sitzen sind Stefan und ich darauf zu Opeth, während die anderen sich Soilwork angeschaut haben. Doch Opeth war sehr nett, haben leider nur ihre Show abgezogen und sonst wenig mit dem Publikum gearbeitet. Darauf bin ich dann alleine zu In Extremo. Ich stand weit vorne in der Menge und das Moschen und Abgehen hat ne Menge Spaß gemacht. Einmal sind die 3 bis 14 Reihe auf einmal umgekippt. 200 Menschen lagen vor mir denn auf dem Boden – ich war ca. 15 Reihe. Sah echt genial aus *g*. Nun nervig waren allerdings die verfluchten Crowd Surfer, ich hasse sie -.-. Die Songs von In Extremo waren durchwachsen. Mir fehlte vor allem Liam und z.B. auch „werd ich am Galgen hochgezogen“ wäre auch nicht zu verachten gewesen. Gute Publikumsarbeit und gute Show, aber weniger gute Setlist meiner Meinung nach. Direkt darauf bin ich zu Korpiklaani rüber und dann ins Moschpad um Matze und Co zu suchen. Hab es allerdings nur 15 Min durchgehalten, weil der Pad sehr übel war. Als ich von einem Surfer ne Stahlkappe annen kopf bekommen habe, bin ich dann zurück zu uns. Ein wenig rumgesessen und dann zu den Weimarern wieder rüber. Nach Laani sind Matze, Stefan und Karl wohl direkt zu COB. Ich bin dann mit dem Micha nachgekommen. Haben uns über die recht Seite nach vorne geschlichen und ich bin dann in der dritten Reihe gelandet. War sehr nett dort und hat Spaß gemacht. Darauf dann zum Bierstand und wieder zu den Weimarern. Abends wollten wir dann noch zu Amon Amarth, aber Stefan und Matze waren zu besoffen. Also bin ich zu uns zurück und hab da Natascha und Alex angetroffen, die auch hin wollten. Auf ging die Reise und haben zusammen ne Menge Spaß gehabt. Viel mit Alex geredet und standen weiter hinten. Dennoch konnte man gut was sehen und zu den Liedern abgehen *g*. Hab dann mit den beiden nach Amon noch getrunken, gelabert und Metalkaraoke gehört. Die beiden haben mir auch erzählt, dass sie für jedes Jahr/ jedes Festival ein Motto haben. Das diesjährige fürs Wacken 06 war: „backfish goes everybody“ (back im übrigen in deutscher Aussprache, wie backen). Das kam daher, dass sich einige als Engländer ausgeben wollten und dann den Spruch gebracht haben. Vor allem dann mit „everybody“ *g*. Und darauf hat einer noch dreist gefragt: „Hey you, what the fuck is backfish“ ^^. Sehr lustige Situation, auch wenn ich selbst nicht dabei war. Ein anderes Motto, an das ich mich erinnere war z.B. der Spruch von einer Freundin von den beiden: „ich bin hier backstage vor der Bühne“. So langsam sind wir dann zu den Zelten zurück und um 4:30 hab ich mich dann schlafen gelegt.

Samstag morgen hab ich dann mit Henning und Guido gefrühstückt. Die beiden hatten ne ganze Kühltruhe in nem Lieferwagen und sonst auch eine gute Ausrüstung mit. Sogar Marmelade gabs für den Toast. Da Alex und Natascha noch nen Weilchen länger wach waren sind sie nicht mit zu Metal Church und auch Stefan hat’s nicht mehr gepackt. Daher bin ich allein hin. War aber nicht lange da, sondern bin zu Matze und den anderen Weimarern zurückgekehrt. Mit ihm dann zu Arch Enemy hin. Natascha und Alex wollten mitkommen, nur hab ich sie am Zeltplatz verpasst und bei der Knobibude hat das Treffen nicht funktioniert. Arch Enemy an sich war gut. Schade, dass wir “dead eyes see no future” nicht ganz mitbekommen haben. Bin dann mit dem Matze und dem Christian (Fieldy), den ich bei Arch getroffen habe, über den Metalmarkt und dann zurück zu den Weimarern. Die anderen haben sich noch Fear Factory angeschaut und sind bei Morbid Angel zurück gekommen. Da ich Gamma Ray von weit vorne sehen wollte, bin ich dann schon recht früh los. In die erste Reihe bin ich nicht gekommen, aber es hat sich gelohnt. Vor mir sind ein paar Holländer übelst abgegangen und dort konnte ich gut mit einstimmen. Außerdem haben Gamma Ray sehr geil mit dem Publikum gearbeitet und eine gute Setlist gespielt. Als „send me a sign“ dann als Zugabe kam, bin ich fast angefangen zu weinen vor Freude, soooo geil. Das hat meinem Nacken dann vorerst auch den Rest gegeben. Zusammenfassend fällt mir zu Gamma Ray nur ein: funkin’ great. Zurück zum Ausruhen und darauf dann zu den Apo’s. Glücklicherweise habe ich Matze, Stefan und Karl noch gefunden und somit konnten wir den Anfang noch zusammen sehen. Allerdings war der Moschpad so voll und hart, dass Stefan und ich nach dem Dritten Lied raus sind und beim Fünften dann raus waren. Erst mal was getrunken, zwischenzeitlich noch Emperor gehört und dann auf die anderen beim Dönerstand gewartet. Motörhead habe ich mir mit Matze angehört, weil Stefan uns beim Bier-holen abhanden gekommen ist und bin dann mit ihm und Karl von Gelände runter. Die beiden sind zurück zu ihrem Zeltplatz und ich hab noch auf Natascha, Alex und Alex gewartet, weil wir uns zusammen Finntroll und Subway to Sally anschauen wollten. Die waren allerdings schon auf dem Gelände, so dass ich dann alleine los bin. Finntroll hab ich von der Seite aus betrachtet, weil ich bei Subway weit vorne sein wollte. Wie gut, dass die Bühnen nebeneinander waren. Bei Finntroll haben die Leute vorne dann Polka getanzt und es war sonst auch sehr geil. Vor allem waren Finntroll wesentlich besser als auf dem Full Force, wesentlich. Nach und nach wurde es immer voller Vorne und ich konnte mir Subway aus der zweiten Reihe anschauen. Eigentlich dachte ich Finntroll und Gamma Ray wären nicht mehr zu toppen, aber Subway hat’s dann doch geschafft. Es fing mit Schneekönigin an, wozu riesige Schaumwerfer an den Seiten waren, so das Schnee runtergerieselt ist. Danach Feuerland mit Flammen auf der Bühne. Neben der super Bühnenshow konnte man immer wieder sehen, wie sehr Erik es mag die Leute anzustacheln, einfach Spitze. Weiterhin sind zwei komische große rote Bälle andauernd über die Menge „getanzt“ (sie wurden hin und hergeworden von der Menge). Keine Ahnung ob das geplant war, aber ich vermute schon. Die Setlist war auch sehr gut gewählt. Nur „ohne Liebe“ hat mir gefehlt und Eriks Stimme war manchmal recht leise. Zum Schluss kam das obligatorische „Julia und die Räuber“ als Zugabe. Danach hat das Publikum wohl noch weitere zehn Minuten nach ner zweiten Zugabe verlangt, die aber leider nicht mehr gekommen ist. Ich denke es lag wohl eher an den Umständen als an der Band. Hehe in meinem Kopf geistert „Blut, Blut – Räuber saufen Blut“ immer noch herum, aus der Euphorie ist man gar nicht raus gekommen. Danach hab ich dann Natascha, Alex und Alex verabschiedet, weil die in der Nacht gefahren sind und war noch kurz bei Matze und Stefan. Der Rest der Weimarer schlief schon und nach kurzer Zeit haben die beiden sich auch hingelegt. Mit Schmerzen an sämtlichen Körperteilen und ne kaputten Simme hab ich mich dann auch hingelegt.

Am Sonnag ging dann das Abbauen und Auto-neu-Beladen los. Wieder gequetschte ohne Ende. Außerdem hat man dann die üblichen kranken Schlussaktionen gesehen. Menschen die Bierkästen durch die Luft werfen, damit die Flaschen zersplittern, brennende Zelt und Menschen die mit selbstgebauten Waffen aufeinander und auf ihre Zelte einprügeln. Nach langem Stau (3 Stunden haben wir für 30 km gebraucht) und anderen Zwischenstationen sind wir dann nach 6 Stunden fahrt wieder heim gewesen.

7.8.06 13:23
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


J (8.8.06 16:27)
B.Kloppt aus NO-RD-15ch bei Näh-tsch-uhr

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